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Weimar. / Großherzogl. Hof-Theater. / Mittwoch den 24. März 1858. / 91te Vorstellung im Jahres=Abonnement. / Erste Gastdarstellung des Herrn Karl La Roche, / K. K. Oestreichischen Hofschauspielers aus Wien. / Neu einstudirt und in Scene gesetzt: / Cromwell's Ende / Trauerspiel in fünf Aufzügen von E. Raupach.
Datum:
Mittwoch, 24. März 1858
Datum (zeitliche Klassifikation):
1855-1860
Aufführungsort:
Weimar, Hoftheater
Reihenfolge:
1
Aktanzahl (laut Quelle):
5
Rezension:
Weimarer Zeitung, Nr. 73, 27.03.1858, S. 290f.: „Die Nachricht, daß Herr Laroche aus Wien uns mit einigen Gastvorstellungen erfreuen werde, erregte unter dem hiesigen Theaterpublikum die angenehmste Ueberraschung. Vielen war der werthe Gast noch aus der Zeit seiner vieljährigen trefflichen Wirksamkeit auf der hiesigen Bühne in bestem Andenken; Alle kannten seinen weitverbreiteten Ruf als einer der ersten Größen des Burgtheaters zu Wien und eines der namhaftesten Schauspieler in ganz Deutschland. Diese allgemeine Anerkennung des gefeierten Künstlers und die Freude, ihn wieder einmal auf derselben Bühne zu begrüßen, welcher er einst so lange durch sein Talent und seinen Ruf zur Zierde gedient hatte, sprach sich denn auch aus in dem weit mehr als gewöhnlich gefüllten Hause, in der herzlichen Bewillkommnung des Gastes beim ersten Auftreten, in den sein Spiel fortwährend begleitenden lebhaften Beifallsbezeigungen und dem beinahe nach jedem Acte sich wiederholenden stürmischen Hervorruf. Wir sahen Herrn Laroche zuerst als „Oliver Cromwell“ […] und hatten nur zu bedauern, daß der Künstler sich keinen günstigeren Stoff für die Entwicklung seiner bedeutenden Meisterschaft in Durchführung von Charakteren gewählt. […] Raupach hat seinem Cromwell – da er ihm als öffentlichen Charakter wenig Gutes nachsagen konnte oder wollte – dadurch eine Folie und ein dramatisches Interesse zu verschaffen gesucht, daß er ihn als zärtlichen Familienvater darstellte und seine Gefühle als solcher mit den Bestrebungen und Zwecken seines politischen Ehrgeizes in tragischen Conflict brachte. […] Herr Laroche gab dieses familienhafte, bürgerliche Element in Cromwells Charakter, im Contrast und Conflict mit seinem übrigen rauhmilitärischen und despotischen Wesen, mit außerordentlicher Wärme und Lebendigkeit wieder und ward so jedenfalls den Intentionen des Dichters gerecht. Daß wir uns den Protector in mancher Hinsicht anders denken, als wie er uns hier entgegentritt , […] dafür […] möchten wir nicht den ausführenden Künstler, sondern den Dichter verantwortlich machen […]. Sehr liebenswürdig fanden wir an dem berühmten Gaste auch die wohlwollende Weise, womit er fremdes Verdienst neben seinem eigenen zur Anerkennung zu bringen und an seinen Triumphem [!] Theil nehmen zu lassen bemüht war. So wollte er […] nicht ohne Frl. Schneider erscheinen, die allerdings durch die Wärme ihres Spiels (als Tochter Cromwells) eine solche Ehre wohl verdient hatte.“